1. EBC 2011 in Berlin - 18 Nationen nehmen teil

Berlin wurde an der Gründungsversammlug der Europäischen Blues Union (EBU), die Ende Juli 2010 in Hondarribia stattgefunden hatte, zum Veranstaltungsort der ersten Blues Challenge erkoren. Die Stadt liegt in Europa einigermassen zentral, ist gut angeschlossen und akzeptabel nahe an den anderen Ländern und bietet alles, was man zur Durchführung einer erfolgreichen Veranstaltung braucht. Das Wochenende brachte gleichzeitig die Mitglieder der EBU zur Generalversammlung zusammen. Die EBU hat die Challenge in nur acht Monaten auf die Beine gestellt. Die Kulturbrauerei erwies sich als gute Wahl. In einem sorgfältig restaurierten ehemaligen Industriegelände  des ausgehenden neunzehnten Jahrhunderts am Prenzlauer Berg waren beide Abende anständig besucht und die Stimmung war gut. Insgesamt wollten etwas über 700 Besucher den Wettbewerb erleben.

So schnurrte also die 1st European Blues Challenge (EBC) am 18. Und 19. März 2011 wie ein Uhrwerk über die Bühne der Kulturbrauerei. An zwei Abenden spielten je 8 Bands um den Preis, nämlich eine Einladung an folgende Festivals für den Sieger:

  • Blues Sur Seine, France
  • Notodden Bluesfestival, Norway
  • Vienna Blues Spring, Austria
  • Roots & Blues Parma, Italy
  • Lucerne Blues Festival, Switzerland

und eine für den zweiten Platz ans Festival Blues Sur Seine, France

Veranstaltungen dieser Art haben einen eigenen Reiz, eine Art musikalisches Dim Sum, das es möglich macht, in ein paar Stunden unterschiedliche Gruppen in meist guter Stimmung und voller Motivation zu erleben, die ihre Blueshäppchen in den verschiedensten Stilarten vortragen. Musiker, die eine Weile brauchen, bis sie in die Gänge kommen, haben es schwerer, kaum sind sie auf den Brettern, ist es auch schon vorbei. Hier hatte man allerdings den Eindruck, alle würden sehr rasch zu ihrer Form finden, die Sets waren überwiegend gut. Keine leichte Aufgabe für die Jury. Etwas schwierig auch die Mischung völlig entfernter Stile, wenn dies auch bei einer Jury weniger ins Gewicht fällt, als bei einer Publikumsabstimmung.

Die Teilnehmer (Für die entsprechende Website auf den Namen klicken):

The Suitecase Brothers (ES)
King Mo (NL)
Richie Arndt  (DE)
Meena (AT)
Tim Lothar (DK)
Micke & Lefty feat. Chef (Fi)
Boogie Boys (PL)
Tomislav Goluban (HR)
Bluecerne (CH)
Howlin' Bill (BE)
Davide Lipari (It)
Awek  (FR)
Emil & The Ecstatics (SE)
Latvian Blues Band (LV)
Vidar Busk & His True Believers (NO)
24 Pesos (UK)

Gewonnen haben schliesslich: Howlin‘ Bill (Platz 1) und Meena (Platz 2).Eine reich bebilderte Reportage über den Anlass hat der Französische Vertreter der EBU ins Netz gestellt.

Zusammenfassend darf die Veranstaltung als Erfolg gewertet werden. Gemessen am doch zur Zeit noch limitierten Budget der Organisation und der dadurch bescheidenen Werbung für den Anlass war die EBC gut besucht und die Teilnehmenden haben demonstriert, dass der Blues in Europa eine erfreuliche Gegenwart und bestimmt eine attraktive Zukunft hat.